Amélie, du bist mit sehr konkreten Dingen in die Rotondes gekommen. Können wir kurz zurückblicken, um zu erfahren, wie Parasites entstanden ist?
Amélie Samson: Im Rahmen meines Masters [Diplôme National Supérieur d’Expression Plastique an der ESAD von Orléans, Anm. d. Red.] habe ich mich mit dem Thema Aufmerksamkeit befasst, und das ist mir mehrere Jahre lang im Hinterkopf geblieben. Ich habe mich auch mehrmals mit dem beschäftigt, was ich als „Datenskulptur” bezeichnet habe, also der Verwendung von Daten, um Formen zu schaffen, ohne dass es sich um Datenvisualisierung handelt. Anhand der Datenskulptur kann man abstrakte Dinge „verkörpern“, sie sichtbar machen, und das spricht die Menschen sofort mehr an. Eines Tages stieß ich auf Sonogramme, eine Form der Visualisierung von Tönen, und sie erinnerten mich an Muster, die man auch in Lebewesen finden kann.
Die Idee zu Parasites kam mir vor einem Jahr und kurz darauf hatte ich das Glück, zu der Auswahl an Künstlern zu zählen, die 2024/25 in den Yvelines in einem Kunstzentrum namens Château éphémère aufgenommen wurden. Als ich in dieser ersten Residenz ankam, hatte ich nur eine einzige Idee im Kopf und war mir noch nicht einmal sicher, ob sie umsetzbar war. Meine Residenz dauerte einen Monat und hat mir erlaubt, mich mit verschiedenen Fragen auseinanderzusetzen. Wenn ich 3D-Druckformen aus Bildern von Geräuschen herstelle, die ich aufgenommen habe, entspricht das Ergebnis dann meinen Vorstellungen? Kann man Silikon gießen, ohne dass es ausläuft? Luft kontrollieren, um diese Kreaturen in Bewegung zu versetzen? All das konnte ich überprüfen und bestätigen.
Mein Ziel für diese neue Residenz in den Rotondes umfasst mehrere „Baustellen“, damit ich am Ende eine möglichst „saubere” Version der Installation präsentieren kann. Ich habe die Verfahren überprüft, die ich wiederverwenden werde, um die Endprodukte zu erzeugen. Ich habe die Bewegungen bestimmt, die ich erschaffen möchte, sowie drei verschiedene Skelette, deren Struktur zu diesen Bewegungen passt. Ich habe auch herausgefunden, welches Erscheinungsbild ich den Kreaturen geben möchte. Für die Haut habe ich Tests mit einem neuen Produkt durchgeführt, die ziemlich überzeugend waren, denn ich konnte damit schneller arbeiten und erzielte eine festere Haut. Es härtet jedoch viel schneller aus, sodass die Arbeit mit den Farben weniger gut verläuft.