Coperta — die darsteller:innen die goldene regel: kinder sollte man nicht unterschätzen“

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© foto 1, 2 & 3: Nathan Roux © foto 1 & 2: Nathan Roux

Coperta wikd von der EU im Rahmen des Projekts GRACE – Interreg VI Großregion kofinanziert.

Das Trio lernte sich bei einem Workshop des Regisseurs Andrea Buzzetti kennen. Heute sind Sopranistin Mária Devitzaki, Clown Joe Del-Toe und Tänzerin Melina Bountzika die stolzen Schöpfer:in und Darsteller:innen der neuen Rotondes-Produktion für junges Publikum, Coperta.

Wir haben sie getroffen, damit sie uns die einzelnen Schritte dieses schönen Abenteuers schildern und berichten können, was sie alles unterwegs entdeckt haben.

Hallo, ihr drei! Das Schicksal hat euch 2024 bei einem Workshop, der gleichzeitig ein Vorsprechen war, zusammengeführt. Was hat euch motiviert, an dieser Masterclass teilzunehmen?

Mária: Ich habe während meines Studiums an einigen Stücken für junges Publikum mitgewirkt und mir gedacht, es wäre doch schön, das wieder mal aufzugreifen. Umso mehr, als der Workshop von Andrea geleitet wurde, einer Referenz in diesem Bereich! Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, danach für die Produktion ausgewählt zu werden.

Melina: Mir ging es genauso, ich war auch erst einmal am Workshop interessiert. Wobei es natürlich auch interessant war, dass es gleichzeitig eine Art Vorsprechen war. Aber der Workshop schien mir für mich und meine Arbeit bereichernd zu sein, ich wollte so viel wie möglich daraus mitnehmen.

Seid ihr euch schon während des Workshops gegenseitig aufgefallen? Hattet ihr einen guten Eindruck voneinander? Habt ihr euch wohlgefühlt?

Joe: Nicht sofort. Ich bin immer gestresst, wenn viele Leute um mich herum sind, es war demnach eher stressig für mich, zwei Tage lang mit so vielen neuen Menschen, alles guten Künstlern, zusammen zu sein.

Mária: Ja, wir waren ziemlich zahlreich und haben am Anfang viel in wechselnden Gruppen gearbeitet. Ich habe mich vor allem auf den Moment konzentriert, ohne an das Danach zu denken, oder mit wem ich später zusammenarbeiten könnte.

Melina: Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich mehrmals während des Workshops eine gute Verbindung zu Joe und Mária gespürt habe – Momente, in denen wir zusammengearbeitet haben und die sehr gut funktioniert haben.

Und nachdem ihr offiziell Teil des Entwicklungsprojekts geworden wart, war es leicht, eine Arbeitsmethode zu finden, um weiterzukommen?

Melina: Die erste Woche war erst einmal viel Improvisationsarbeit angesagt. Ich habe gleich gespürt, dass wir gut zusammenpassten. Wir haben einander ergänzt.

Mária: Das war sofort da. Wir wissen zwar nicht, wieso Andrea uns ausgewählt hat, ich denke aber, es liegt daran, dass wir alle drei Teamplayer sind.

Joe: Wir haben unterschiedliche Energien und sind trotzdem auf der gleichen Wellenlänge. Andrea sagt, er habe uns ausgewählt, weil wir in der Lage sind, dem Publikum zuzuhören und mitzunehmen, was es uns zu bieten hat.

Mária: Wir haben auch ein gutes Gleichgewicht untereinander, weil wir einander zuhören und keiner von uns nur da ist, um seine Rolle zu spielen.

Melina: Wir setzen uns sehr für das Projekt ein, und jeder interessiert sich wirklich für den anderen. Wir sind ein Team, es ist eine echte Zusammenarbeit.

Eine Besonderheit von Andreas’ Arbeit ist, dass er in seinen Stücken nur sehr wenig Requisiten verwendet. Hat das die Arbeit vereinfacht oder erschwert?

Mária: Angefangen haben wir mit nur einer Decke, die Idee war, alles zu finden, in das sie sich verwandeln konnte. Das kann schon kompliziert sein, alle möglichen Verwendungen zu finden.

Joe: Aber sobald man sich auf diese Herausforderung eingelassen hat, überschreitet man eine gewisse Schwelle und es wird einfacher.

Mária: Am Ende baut man ein ganzes Universum mit fast nichts auf, das ist sehr befriedigend. Als Darsteller befindet man sich in einer Situation, in der man nicht auf Requisiten zählen kann, um einen zu retten“, oder die einem helfen. Man muss ständig mit den Menschen, die zusammen mit uns auf der Bühne sind, in Verbindung bleiben.

Gibt es Regeln“, die man im Kopf behalten sollte, wenn man für ein junges Publikum spielt — Regeln, die sich vielleicht von denen für ein erwachsenes Publikum unterscheiden?

Joe: Für einen Clown gibt es keinen Unterschied. Der Kontext ist hier aber ein anderer, also passe ich mich an.

Melina: Man muss viel am Rhythmus der Szenen arbeiten, damit die Kinder sich nicht langweilen. Man muss auch berücksichtigen, dass ihre Reaktionen unvorhersehbar sind und nicht immer den eigenen Erwartungen entsprechen. Aber vor allem darf man sie nicht nur als Kinder betrachten, die man mit albernen Sachen zum Lachen bringen muss.

Mária: Zu Unrecht vereinfacht man manchmal das Theater für Kinder, indem man zum Beispiel einfache Späßchen macht. Kinder sind aber intelligenter, als man denkt. Sie sind sensibel und sehr humorvoll. Die goldene Regel lautet, sie nicht zu unterschätzen.